Die Dundee AG, eine Schweizer Investmentgesellschaft, hat die Bohrfix Erdsonden AG übernommen. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Nachfrage nach Erdsondenbohrungen in der Schweiz stark zunimmt. Hans Rosenberger, VR-Präsident der Dundee AG, erklärt die Strategie hinter der Übernahme und warum der Boom noch lange anhalten wird.
Die Energiewende in der Schweiz ist keine abstrakte politische Agenda mehr. Sie zeigt sich auf Baustellen, in Kellern und unter der Erdoberfläche: Wer heute ein Haus saniert oder neu baut, kommt an Erdsondenbohrungen kaum mehr vorbei. Neue Gas- und Ölheizungen sind in vielen Kantonen nicht mehr zulässig, und Wärmepumpen in Kombination mit Erdsonden gelten als eine der effizientesten Alternativen. Das schafft eine Nachfrage, die den Markt grundlegend verändert.
Genau in diesem Umfeld hat die Dundee AG, eine Schweizer Investmentgesellschaft mit Fokus auf zukunftsorientierte Beteiligungen in wachstumsstarken KMU, die Bohrfix Erdsonden AG übernommen. Die Übernahme erfolgt per sofort und umfasst einen der etabliertesten unabhängigen Anbieter von Erdsondenbohrungen in der Schweiz.
Vom Bohrunternehmen zum strategischen Asset
Die Geschichte der Bohrfix reicht bis ins Jahr 1989 zurück. Damals als Bohrfix AG gegründet, wurde das Unternehmen 2021 als Bohrfix Erdsonden AG neu firmiert. Mit Sitz in Dällikon im Kanton Zürich realisiert das Unternehmen heute jährlich rund 240’000 Bohrmeter und 1’150 Bohrungen für Privat- und Gewerbekunden in der ganzen Schweiz.
Mit sofortiger Wirkung übernimmt Hans Rosenberger, VR-Präsident der Dundee AG, das Präsidium des Verwaltungsrats der Bohrfix Erdsonden AG. Die operative Leitung bleibt in bewährten Händen: Sascha Jordi übernimmt die technische Geschäftsleitung, Vinzenz Schönenberger bleibt kaufmännischer Geschäftsleiter. Alle bestehenden Mitarbeitenden werden übernommen.
Eine Investition mit klarer Logik
Für Rosenberger war die Entscheidung zur Übernahme klar: «Die Bohrfix Erdsonden AG ist eine der leistungsstärksten Erdsonden-Bohrunternehmen in der Schweiz und hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Sie verfügt über ein eingespieltes und sehr erfahrenes Team, in dem ich gesundes Entwicklungspotenzial sehe.»
«Bei der Energiewende stehen wir eigentlich noch am Anfang, und die Bohrfix ist jetzt schon schweizweit sehr gut etabliert», sagt Rosenberger. Das Wachstumspotenzial sei gross, und die Dundee AG wolle weiterhin einer der wichtigsten Player in dieser Industrie bleiben.
Politische Ziele als Wachstumstreiber
Die Nachfrage nach Erdsondenlösungen steigt in der Schweiz aus mehreren Gründen gleichzeitig. Rosenberger sieht dafür klare strukturelle Ursachen: «Die politischen Ziele, den CO2-Ausstoss deutlich zu senken, und die damit einhergehenden Regulierungen sind die Basis für den anhaltenden Boom bei Erdsondenbohrungen und Wärmepumpen.»
Die Schweiz hat sich verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die Dekarbonisierung des Gebäudesektors, der heute für rund einen Viertel der nationalen CO2-Emissionen verantwortlich ist. «Erdsonden sind von der Preisvolatilität bei Öl und Gas nicht betroffen», betont Rosenberger.
«Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten zeigen deutlich, wie abhängig der Westen von Öl und Gas ist. Die Strategie, sich von dieser Abhängigkeit zu lösen, ist sicher eine vernünftige und clevere.» Rosenberger rechnet damit, dass sich die Investitionen in Erdsonden und Wärmepumpen bis 2032 verdoppeln werden.
Wie eine Erdsonde funktioniert
Erdsonden nutzen die konstante Temperatur des Erdreichs, die in der Schweiz in einer Tiefe ab etwa 15 Metern ganzjährig zwischen 8 und 12 Grad Celsius liegt. Eine Wärmepumpe entzieht dem Erdreich diese Energie und wandelt sie in Heizwärme um. Im Sommer kann das System umgekehrt zur Kühlung genutzt werden. Erdsondenbohrungen reichen je nach Heizbedarf und Grundstück zwischen 100 und 400 Metern in die Tiefe.
Beim Neubauprojekt AuPark in Wädenswil hat die Bohrfix Erdsonden AG ein eindrückliches Beispiel geliefert: 110 Erdsonden mit je 250 Metern Tiefe wurden gebohrt, um die Beheizung und Kühlung von rund 300 Wohnungen durch Geothermie sicherzustellen. «Für grosse Überbauungen ist die Geothermie eine der besten Lösungen, die heute angewandt wird», erklärt Rosenberger.

Kontinuität als Fundament
«Kontinuität ist immer entscheidend und gibt dem ganzen Team auch die Sicherheit, die man in wilden Zeiten wie diesen auf jeden Fall braucht», sagt Rosenberger. Mit Sascha Jordi und Vinzenz Schönenberger verfüge das Unternehmen über zwei erfahrene Geschäftsleiter, die das operative Geschäft nahtlos weiterführen. «Das Unternehmen ist in äusserst erfahrenen Händen, und darüber dürfen wir uns alle freuen.»
Investitionen in Technik, Personal und KI
Nach einer Übergangsphase plant die neue Eigentümerschaft gezielte Investitionen in Wachstum, Technik und Personal. «Wachstum funktioniert in dieser Branche durch State-of-the-Art-Technik und gut ausgebildetes Personal», sagt Rosenberger.
Auch das Thema Künstliche Intelligenz rückt in den Fokus. «KI wird künftig eine wichtige Rolle spielen, aber da sind wir noch am Anfang und werden sehen, welche Innovationen wir in unser Angebot aufnehmen können», sagt Rosenberger. Parallel dazu sollen die Mitarbeitenden laufend weitergebildet und die Sicherheitsstandards bei den Bohrungen kontinuierlich angepasst werden.
Gebäudesanierungen als grösster Wachstumsmarkt
Das grösste Wachstumspotenzial sieht Rosenberger bei Gebäudesanierungen. Die Schweiz verfügt über einen grossen Bestand an älteren Liegenschaften mit fossilen Heizsystemen. «Die Politik hat sportliche Vorgaben gemacht, und hier werden unsere Teams viel gute Arbeit leisten dürfen, worauf wir uns freuen», sagt Rosenberger. Das gelte für private, geschäftliche und staatliche Immobilien gleichermassen.
Was die Übernahme für Kunden bedeutet
Für bestehende Privat- und Gewerbekunden ändert sich kurzfristig nichts. «Im Grunde genommen ändert sich kurzfristig für die Kunden gar nichts, aber mit den Innovationen werden wir das Angebot sicherlich entsprechend ausbauen, damit wir auch künftig jedes Projekt, von klein bis gross, perfekt meistern können», sagt Rosenberger.
Ausblick
Die Übernahme der Bohrfix Erdsonden AG durch die Dundee AG steht für den wachsenden Stellenwert von Geothermie in der Schweizer Energiestrategie. Mit einer starken operativen Basis, erfahrenem Personal und dem Rückhalt einer investitionsstarken Eigentümerschaft ist die Bohrfix Erdsonden AG gut positioniert, um vom anhaltenden Boom zu profitieren und die Energiewende aktiv mitzugestalten.
Häufig gestellte Fragen
Was steckt hinter der Übernahme der Bohrfix Erdsonden AG?
Die Dundee AG hat die Bohrfix Erdsonden AG übernommen, um von der stark wachsenden Nachfrage nach Erdsondenbohrungen zu profitieren. Die operative Führung bleibt unverändert, alle Mitarbeitenden werden übernommen.
Warum boomt der Markt für Erdsondenbohrungen?
Politische Vorgaben zur CO2-Reduktion, das Verbot neuer Gas- und Ölheizungen sowie die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern treiben die Nachfrage. Investitionen in Erdsonden und Wärmepumpen sollen sich bis 2032 verdoppeln.
Was bedeutet die Übernahme für bestehende Kunden?
Für Kunden ändert sich kurzfristig nichts. Die bewährten Strukturen bleiben erhalten. Mittelfristig plant die neue Eigentümerschaft Investitionen in Technik, Personal und KI, um das Angebot weiter auszubauen.

